auch im zeitalter der digitalisierung, der allgegenwärtig stattfindenden bildproduktion und deren vervielfältigung- insbesondere in sozialen netzwerken – haftet der fotografie wie keinem bildmedium der ruf einer objektivität und eines wahrheitsberichtes an. Sie bildet die materielle grundlage und ist ausgangspunkt meiner fotocollagen, großformatigen reproduktionen und insitu-installationen im öffentlichen raum sowie für meine performances.
situationen meines täglichen lebens – festgehalten auf klassischem fotopapier – bilden als motiv die ausgangsbasis und den materialfundus für meine fotocollagen und performances. zwei voneinander entfernte wirklichkeiten, finden immer wieder auf eine poetisch-sinnliche und humorvolle weise zu neuen möglichkeiten der betrachtung.
ein Bild im Bild, verschiedene entstehungskontexte und bildqualitäten, händisch grob ausgeschnitten und zusammengeklebt, kann und soll für jeden sichtbar gemacht werden. somit zelebriere ich den analogen zugang und umgang mit dem bild an sich.
fotografie ist kein datensatz – für mich ist sie ein instrument:
material, das generiert, ins plastisch greifbare umgesetzt, ausgewählt, ausgeschnitten, kombiniert, geklebt und verändert werden kann.
die Inhalte meiner fotocollagen entstehen intuitiv. in diesem prozess interessieren mich vor allem gefühle, die diese veränderten bildwahrheiten auslösen. ich lege wert auf harmonie, eine bewusst gesetzte komposition und farbigkeit.
in meinen bildwelten erforsche ich das authentische und das zweifelhafte, die an- und die abwesenheit,
das berühr- und das unberührbare.
meine arbeiten geben keine klarheit über die entstehungskontexte, über die entscheidungen, die hinter der komposition der bilder liegen: sie sind subjektiv, ausschnitthaft und fiktiv.
bewusst sind sie ihrer eindeutigkeit beraubt und stellen mehr fragen, als dass sie antworten geben.
dem betrachter selbst ist somit die freiheit eigener imagination, narrative sowie emotionen gegeben.
meine fotocollagen können als ein konterkarieren der digitalen fotografie mit dem analogen verstanden werden und sind bedeutungsvoll in eben jenem Diskurs. Dadurch treffen meine Arbeiten eine differenzierte Aussage über unsere Realität, die nicht allgemeingültig und greifbar, sondern wie die bilder selbst vielschichtig und voller unterschiedlicher fügungen ist.
durch die digitalisierung verändert sich unser aller blick und der umgang mit bildern und demnach steht auch die rolle der fotografie als medium des kunstbildes weiterhin zur debatte.
korona stejke